Sketchup zur Architektur Visualisierung

Test Sketchup für Architekten

Sketchup zur Architektur Visualisierung – hier teilt Pia mit uns Ihre Erfahrungen und Empfehlungen. Sketchup ist mittlerweile sehr populär im Bereich der Architektur, da es vergleichsweise schnell erlernbar ist und zudem recht umfangreich eingesetzt werden kann. Pia beleuchtet einige Aspeket die sich ins besondere auf den Einsatz zur Architektur Visualisierung beziehen und gibt hier ein paar interessante Einblicke und hilfreiche Tipps – viel Spaß!

Als computerbegeisterte Architekin arbeite ich mit doch recht vielen Programmen im normalen Büroalltag – heute möchte ich euch aber etwas über meine Erfahrungen mit Sketchup im Architekturbüro mitgeben.

Viele mögen sagen: „Warum Sketchup und nicht 3DS MAX oder Cinema 4D?“. Häufig werden bestimmte Programme einfach genutzt weil diese in der Branche recht verbreitet sind und nicht weil die Möglichkeiten der Software speziell die Bedürfnisse der Anwendung befriedeigen.

Sketchup oder 3ds MAX/Cinema4D für Architekten

Beispiel 3DS MAX: Das Programm ist so verbreitet, weil es mit derart vielen möglichkeiten zur Modellierung und Animation daherkommt und somit eine ungeheure Flexibilität im Einsatz bietet. Aber mal ehrlich es gibt hier zwei große Probleme gerade für Anfänger:

  1. Der Preis: Gerade Anfängern fällt es schwer ein paar tausend Euro in ein Programm zu investieren – gerade weil es nicht das einzige Programm (z.B. neben Photoshop)  ist, welches man für seinen Workflow benötigt.
  2. 3DS MAX User Interface: Wenn man zum ersten male das Programm öffnet weiß man nicht wirklich wo man starten soll. Die vielen Möglichkeiten die das Programm bietet sind gerade für Einsteiger eher ein Hemmnis für einen zügigen Einstieg. Es ist schon empfehlenswert anhand eines Kurses  das Programm zu erlernen um direkt die beste Art und Weise für Modellierung, Belichtung, Texturierung und Rendering zu verinnerlichen.

Bei Sketchup beide Probleme gibt es so nicht wirklich! Frühere Versionen von Sketchup waren sogar kostenlos! Zudem überzeugt Sketchup durch eine benutzerfreundliche Oberfläche und lädt Benutzer ein einfach drauf los zu zeichnen und das Programm so kennenzulernen. Da die Lernkurve gerade zum Anfang steil bergauf geht macht es einfach Spass das Programm zu nutzen. Sketchup ist wirklich ein gutes Programm, welche sich hervorragend für Einsteiger eignet, welches aber auch fortgeschrittenen Anforderungen stand hält! Selbstverständlich hat es Grenzen, bei denen man mit Programmen wie 3ds MAX und Cinema 4D schneller zum Ziel kommt, aber für die alltäglichen Aufgaben gerade im Entwurfsprozess ist Sketchup wirklich nicht zu schlagen! Für mich ist es der perfekte Einstieg für Architekten in der Bereich 3D und Architekturvisualisierung!

OK – überzeugt? Dann schauen wir uns das Thema Architektur Visualisierung mit Sketchup etwas genauer an. Bereits im sehr frühen Entwurfsprozess spielt Sketchup seine Stärken aus um schnell räumliche Ideen und Konzepte umzusetzen, zu testen und zu verfeinern. Aber auch für die finale Präsentation des Architektur Entwurfs lassen sich mit Hilfe von Sketchup fotorealistische Renderings erstellen.

Zu Beginn kann man mit einfachen geometrischen Formen wie Kugeln, Quader, Prismen etc. anfangen um erste Ideen zu entwickeln. Aber auch kompliziertere Körper auf Basis extrudierter oder abgeschnittener Formen lassen sich einfach umsetzen. Es ist ein sehr plastischer Ansatz in Sketchup zu modellieren und Architektur somit auf gewisse Art 3D zu skizzieren – genau diesen Anspruch hatten die Entwickler des Programms. Aber dennoch lässt sich auch alles numerisch exakt eingeben und bestimmen – was für uns Architekten natürlich auch nicht unwichtig ist.

Sketchup kann man zudem mit etlichen Plug-Ins erweitern und anpassen. Sketchup hat jedoch nicht wirklich eine Rendering Engine – jedoch kann man als Plugin einige hinzuladen. Nachfolgend möchte ich mal einige gute Sketchup Plugins für Architekten vorstellen:

Sketchup plugins for modeling architecture

Artisan – Plugin um organische Strukturen zu erzeugen
1001bit Tools – Ist gleich eine ganze Sammlung von tools die einen als Architekten in Sketchup unterstützen
Soap Skin & Bubble Tensile Structures – Plugin um spezielle (zugbelastete) Konstruktionen zu erzeugen
Dibac – Hilft bei der Erstellung von 3d  Modellen aus 2d Zeichnungen
SketchUpBIM – Bereichert Sketchup um BIM (Building Information Modelling) Funktionen – für schnelleres und effektiveres Arbeiten
Vali Architects Plugins – Unterstützt bei Erzeugung von komplexen Geometrien wie bei Dächern, Zäunen, Handläufen, Gelände etc.

Sketchup im Städtebau

MODELUR – Ein parametrisch basiertes Entwurfstool mit dem man schnell unterschiedliche städtebauliche Alternativen testen kann.

Animationen

Podium Walker – Hilft um fotorealistische „walk-through“ Animationen zu erzeugen

Möbel für Innenraum Visualisierungen in Sketchup

BIMobject Sketchup app – Tausende von Sketchup Modellen – basierend auf realen Herstellerangaben.

Holzkonstruktionen

Timber Frame Rubies – Schneller und einfacher Holzkonstruktionen in Sketchup konstruieren

Rendering plugins für Sketchup Architekten

  • V-Ray For Sketchup – Was soll ich sagen… für mich die beste Rendering Engine für Sketchup.
  • Maxwell For Sketchup – Meine zweite Wahl – vielleicht bietet es den einfacheren Workflow – aber leider nicht so viele Tutorials wie für V-Ray.
  • Kerkythea – Eine super renderinge engine – und kostenlos! Mit ein paar Anpassungen kann man wirklich gute Ergebnisse erzielen…
  • Shaderlight – Fast vergleichbare Rendering Qualitäten wie V-Ray, aber mit weniger Parametern.

Sketchup Render Plug-in: Vray vs. Maxwell

Um euch mal einen Eindruck von den unterschiedlichen Render Engines zu geben schaut euch mal folgendes Bild an:

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Image by: www.treddi.com

Dank an dieser Stelle an www.treddi.com! Zuerst einmal schauen wir auf die Belichtung. V-Ray (links) wirkt etwas wärmer als Maxwell. Auch wirken die Reflektionen und Refraktionen etwas überzeugender. Bemerkenswert ist die Rendering Zeit: V-Ray benötigt 5 Stunden und 51 minuten, Maxwell hingegen gönnt sich 16 Stunden und 31 min – schon deutlich!

Gerade wenn man mit „normaler“ Hardware unterwegs ist kann auch dies ausschlaggebend für die Wahl der Render Engine sein.

Ich persönlich habe mit Maxwell angefangen und war total zufrieden mit den Ergebnissen. Denn auch gerade wenn ihr weniger Glas oder Metall verwendet oder allgemein nicht zu detailliert werden wollt beim Thema Reflektionen und Refraktionen kommt man gut mit Maxwell zurecht. Ich bin dennoch mittlerweile zu V-Ray gewechselt da ich das Programm in Kombination mit 3ds MAX genutzt habe und mittlerweile auch mit den etwas aufwendigeren Einstellungen gut zurecht komme.

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Image by: http://www.sketchupexpert.sk

Hier noch einmal ein Beispiel gerendert mit “Shaderlight”. Diese Art eher modellhafter Renderings lassen sich mit Shaderlight wirklich gut realisieren.

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Image by: http://2.bp.blogspot.com/

Kostenloses Sketchup Render Plugin: Kerkythea

Wie gesagt auch erwähnenswert ist „Kerkythea“ erst einmal da es eine kostenlose Alternative zu den kommerziellen Versionen darstellt. Das Programm bietet natürlich nicht die Qualität und den Umfang der professionellen Rendering Plugins, aber es lassen sich auch hiermit vernünftige Ergebnisse, wenn auch nicht auf high-end Niveau, erzeugen.

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Übrigens findet ihr bei Alex Hogrefe etliche gute Kerkythea Tutorials, wo er wirklich viel aus dem Plugin rausholt in Kombination mit Photoshop als Post Processing Unterstützung: http://www.alexhogrefe.com/tutorials/

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(Oben: V-Ray Sketchup Render optionen, unten die Shaderlight Render Optionen)

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Image by: www.dynascape.com

Bei der Wahl des passenden Sketchup Rendering Plugins ist die erste wichtige Frage wie viel Geld man investieren möchte oder kann. Aber auch die zur Verfügung stehende Hardware kann die Entscheidung beeinflussen – für V-Ray ist z.B. besonders ein leistungsfähiger Rechner zu empfehlen. Daneben sollte man sich bewusst sein, dass man für die unterschiedlichen Lösungen eine unterschiedliche Lernbereitschaft und damit Zeit investieren muss um sich mit den entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten für Texturen, Beleuchtung und Rendering vertraut zu machen oder ob man eher mit wenigen Klicks direkt ein brauchbares Ergebnis wünscht – dafür aber auf detaillierte Einstellungsmöglichkeiten verzichten kann.

Texturen in Sketchup

Bei der Verwendung von Texturen gibt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten, damit es gerade bei aufwendigeren Architektur Szenen nicht zu unübersichtlich wird…

Zum einen würde ich darauf achten, dass die Texturen nicht zu groß sind – vor allem, wenn man die Auflösung nicht wirklich benötigt. Ich bemühe mich dass die verwendeten Texturen unter 2MB Dateigröße bleiben. Warum? Ganz einfach: Wenn man in komplexeren Szenen anfängt viele Texturen zu verwenden, dann ggf. noch mit Reflexionen etc. arbeitet zwingt man doch recht schnell seinen Rechner in die Knie wenn man das Rendering anwerfen will. Es kann doch schnell passieren, dass nicht genug Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Wenn man dann alles wieder anpassen muss um seinen Workflow wieder zu beschleunigen ist das schon ärgerlich – darum seid euch der Problematik einfach von Anfang an bewusst und versucht z.B. Texturen effizient einzusetzen oder reduziert einfach die Bildgröße vorher etwas, wenn ihr die Auflösung nicht wirklich braucht, weil z.B. das texturierte Objekt ohnehin weit von der Kamera entfernt sein wird.

Zudem ist es auch ratsam, wenn es ans Rendern geht andere Programme, die den Arbeitsspeicher zusätzlich belasten, einfach zu schließen.

Also: Verwendet kleine Texturen und große Texturen nur, wenn diese wirklich notwendig ist, weil z.B. großflächige Objekte ohne Kachelungseffekt texturiert werden sollen.

In unserer Texturbibliothek für Architekten findet ihr übrigens tonnenweise Fotos von diversen Architektur Materialien zum kostenlosen Download! Ihr könnt diese sogar für eure kommerziellen Projekte verwenden! Also sofort mal reinschauen und bookmarken 😉

Free Textures For Architects

Nachbereitung des Architektur Renderings in Photoshop

Zum Abschluss will ich euch noch einen paar Tipps geben, welche Elemente man auch recht gut im Post Processing einer Architekturvisualisierung in z.B. Photoshop hinzufügen oder anpassen kann.

  1. Himmel Hintergrund: Jawohl – eine passende Himmelgrafik macht viel aus und hat großen Einfluss auf die Gesamtstimmung und Atmosphäre eurer Architektur Visualisierung. Soll es eher dramatisch wirken oder gar surreal? Oder wird’s ein schön-wetter Rendering eines Einfamilienhäuschens? Bevor man anfängt den Hintergrund in Sketchup (oder auch anderen Tools) einzustellen und mitzurendern hat man es zehnmal schneller in Photoshop eingesetzt – und hat vor allem die volle Kontrolle in der Nachbereitung z.B. ganz schnell die Sättigung des Himmels zu reduzieren. Damit es noch schneller geht rendert man am besten in eine PNG Datei mit Alpha Kanal den man in Phtoshop direkt nutzen kann.
  2. Helligkeit, Kontrast etc.: Obwohl man mit V-Ray schon ganz gut vorab kontrollieren kann wie knackig das Rendering wird haben hier andere Rendering Engines Schwierigkeiten. Bevor man also zu viel in den Einstellungen rumfummeln muss kann man sich mit der guten alten Tonwertkorrektur in Photoshop doch sehr sehr schnell an die richtigen Einstellungen herantasten. Das gleiche gilt natürlich für Sättigung etc.
  3. Hintergrund Szenen: Häufig kommt es nicht wirklich gut, wenn das Haus der Begierde auf einer flachen platte steht und man bis zum Horizont durchguckt… Wir brauchen also neben dem Himmel für den Hintergrund auch noch ein paar Fotos von Gebäuden, Waldabschnitten oder schlichtweg einen Horizont. Da es sich hier meist um komplexere Strukturen handelt sollte man diese einfach mit ein paar guten Fotos erzeugen. Auch hier werdet ihr in unserer kostenlosen Foto Bibliothek fündig.
  4. Bewegungsunschärfe z.B. bei Personen: Architektur muss leben – darum macht es Sinn z.B. Personen, Tiere oder auch Autos in die Szene einzuarbeiten. Damit diese jedoch etwas unscheinbarer und nicht so dominant wirken setzt man hier häufig auf Bewegungsunschärfe – zudem wirkt es als „laufen“ die Personen durch die Szene. Das Ganze ist am schnellsten mit dem Filter Bewegungsunschärfe in Photoshop umgesetzt.
  5. Blendflecken: Mittlerweile ehrlich gesagt etwas aus der Mode gekommen, aber manchmal wirkt es trotzdem dezent eingesetzt ganz gut. Der Effekt entsteht eigentlich bei Fotos mit Gegenlicht – also z.B. in Richtung Sonne. Ihr findet den Filter in Phtoshop bei den Rendering Filtern. Bitte beachten: Der Filter bezieht sich stets nur auf die aktive Ebene – also ggf. vorher alles auf Hintergrundebene reduzieren oder so…
  6. Realistische Pflanzen und Bäume: Auch sehr wichtig um die Architektur Szene entsprechend zu beleben. 3D Pflanzen und Bäume kosten doch gerne richtig Renderzeit und häufig sehen die einfachen 3D Modelle dann doch nicht wirklich so überzeugend aus. Ganz typischer Arbeitsschritt in der Architekturvisualisierung: Freigestellte Pflanzen und Bäume in Photoshop einfügen. Aufpassen müsst ihr hierbei dass das Licht auch aus der richtigen Richtung kommt (zur Not spiegelt ihr z.B. den Baum einfach) Freigestellte Bäume und Pflanzen findet ihr entweder in unseren professionellen Collections im Shop oder ladet euch zum Testen einfach unser kostenloses „OpenArchiVIZpack“ herunter – auch hier findet ihr eine Reihe freigestellter Pflanzen und Bäume in professioneller Qualität für eure Projekte.

Ich hoffe, die Tipps waren für euch interessant und euch helfen eure Fertigkeiten im Bereich der Architektur Visualisierung Stück für Stück zu verbessern. Viel Erfolg!

 

Check-out-our-Free-ArchiVIZpack

Comments

4 Comments on "Sketchup zur Architektur Visualisierung"

  1. Manni sagt:

    Hi,
    verstehe ich jetzt nicht.
    Für Architekten gibt es CAAD Programme.
    Autodesk macht für Architekten AutoCAD Architecture nicht aber 3ds Max.
    Cinema4D hört man ja am Namen schon ist für Animationsfilme.
    Ich nutze DesignCAD V22, Medusa4 zum Beispiel für Architektur.
    Infos und eine Liste der Programme zu CAAD gibt es hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Computer-aided_architectural_design

    • Tony sagt:

      Hallo Manni, danke für dein Feedback. In der Tat gibt es spezielle CAAD Programme, aber dennoch erfreut sich Sketchup doch zunehmender Beliebtheit. Ich denke das wichtige ist, dass man sich für seine Aufgaben das Tool auswählt mit dem man am besten zurecht kommt und welches den individuellen Anforderungen besonders gerecht wird. Sketchup hat hier sicherlich, natürlich neben den von Dir erwähnten Programmen seine Berechtigung!

  2. Tom sagt:

    Kannst du mir ein gutes Buch für SketchUp und für Vray empfehlen?

    • Tony sagt:

      nein – in dieser Kombination leider nicht… Ich würde da eher nach passenden Tutorials online suchen ehrlich gesagt. Viel Erfolg


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